Der Projektleiter unter Last

In vielen Unternehmen kursiert der Glaube, dass die Zukunft nur mit mehr Projekten zu stemmen ist. Es ist eben zeitgemäß und soll agile Unternehmen auszeichnen. Ich möchte jetzt nicht bewerten, ob und wenn, wieviel Projekte in einem Unternehmen notwendig sind. Aber ich möchte Sie gerne zur Reflexion anregen, ob die nachfolgende Beschreibung auch bei Ihnen mehr oder weniger zutrifft.

In vielen Organisationen übernehmen Leistungsträger – meist Führungskräfte – die anstehenden Projekte als Projektleiter ergänzend zu ihrer Führungsfunktion in der Linie. Eine Entlastung in der Linie ist nicht vorgesehen. Nein, das Projekt sollte man als Leistungsträger doch bitte mit dem notwendigen Engagement bewältigen, was nichts anderes bedeutet, als noch mehr Überstunden bei gleichzeitiger Erhöhung der Komplexität. Und da es sich um Schlüsselprojekte handelt, bitte mit der dafür notwendigen Sorgfalt. Ich hatte in meinem Artikel „Ganzhirnig“ schon angedeutet, was nun leider all zu oft Realität wird. Die Führungskraft denkt „nicht schon wieder ich“ und nimmt für sich den leichtesten Weg – ich stimme dem Projekt unter leichtem Protest zu und lass alles auf mich zukommen. Von einem Commitment oder sogar Begeisterung ist nichts zu spüren. Dies scheint den meisten Auftraggebern egal zu sein. Der Projektleiter ist gefunden und schon läuft alles. Aber wohin? Meistens in schleppende Projekte, die eben nicht die Ziele in Zeit, Qualität und Budget erreichen. Und dann wundern wir uns alle, dass Projekte einen so schlechten Ruf haben. Oder war es nicht doch wieder der nicht leistungsfähige Projektleiter? Schauen Sie jetzt einfach auf das Titelbild und entscheiden selbst, ob hier Ziele mit klarem Kopf, fokussiert, ressourcenorientiert und gesund erreicht werden können. Es mag so Menschen geben, aber das Feedback von Projektleitern in meiner Arbeit als Coach ist ein ganz anderes.

Ich würde mich freuen, wenn ich Sie mit diesem Beitrag zu einer Reflexion Ihrer Situation angeregt habe. Glauben Sie mir, es lohnt sich.

Ihr Neuroimaginationscoach®

Peter Kayser

 

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